Reisebericht: Minikreuzfahrt im Mittelmeer mit der Norwegian Epic

Erster Tag, erste Erkundungstour, erstes Essen

Unsere Reise starteten wir einen Tag vor der eigentlichen Kreuzfahrt. Für alle Barcelona-Interessierten empfehlen wir ebenfalls, 1-3 Tage vorher anzureisen, um sich diese wunderschöne Hafenstadt am Mittelmeer anzuschauen. Am Anreisetag bleibt hierzu leider kaum Zeit.

Der erste offizielle Tag an Bord der Norwegian Epic brach also erst am nächsten Morgen an. Unser Hotel lag in direkter Nähe des Hafens, weshalb wir uns bei bestem Sonnenschein zu Fuß auf dem Weg zum Hafen machten. Wir empfehlen jedoch, die Strecke, die sich etwas hinziehen kann, mit dem Shuttlebus zu fahren. Die Kosten betragen hierfür ca. 3,00 € pro Person. Am Hafen angekommen, konnten wir direkt die Einschiffung vornehmen. Diese war trotz der hohen Anzahl an Passagieren aufgrund guter Organisation schnell und unkompliziert erledigt (Dauer: ca. 30-40 Minuten).

Kreuzfahrtschiff Norwegian Epic

Da unsere Kabine noch nicht zum Bezug bereit stand, verschafften wir uns in der Zwischenzeit einen ersten Eindruck vom Schiff. Der erste Besuch galt dem Garden Café auf Deck 15, das zu den vier Restaurants gehört, die im Reisepreis inkludiert sind. Es ist ein Buffetrestaurant auf dem obersten Deck mit einer wirklich tollen Aussicht auf das Meer sowie den Pool. Bei kühleren Temperaturen kann man hier gut drinnen sitzen, während bei sonnigem Wetter und entsprechenden Temperaturen das Essen auch draußen eingenommen werden kann. Die Auswahl des Mittagessens war sehr reichhaltig und vielfältig, das ausgewählte Essen schmeckte uns sehr gut.

Im Anschluss inspizierten wir das Pooldeck. Neben einem großen Pool und zwei Whirlpools sind die drei Wasserrutschen ein besonderes Highlight. Vor allem die „Epic Plunge“, die wie eine Schüssel geformt ist, verspricht puren Badespaß. Auch für die kleinen Gäste gibt es die Möglichkeiten, sich abzukühlen. Im liebevoll gestalteten Splash Kinderclub befindet sich unter anderem ein kindergerechter Pool. Sportlich begeisterte Kinder und Erwachsene können sich zudem an der „Climbing Wall“ oder im Sports Complex an Deck 16 austoben.

Garden Cafe und Poolbereich

Ein weiteres Highlight unserer Erkundung war die H2O Bar am Heck von Deck 15. Diese Bar ist nur Erwachsenen ab 18 Jahren vorbehalten und ist daher der perfekte Ort, um sich in Ruhe an die Theke zu setzen oder es sich auf einer der Sonnenliegen gemütlich zu machen. Durch die Hecklage hatten wir einen atemberaubenden Panoramablick auf Barcelona, von dem wir uns gar nicht mehr losreißen wollten.

H2O Bar und Blick auf Barcelona

Unsere Kabine im „Wave-Konzept“

Nichtsdestotrotz waren wir schon sehr gespannt auf unsere Kabine, sodass wir unseren bisherigen Favoritenort verließen und in unsere Kabine eincheckten. Hier wurden wir mit einem wirklich netten Kabinengruß begrüßt: Es gab Erdbeeren überzogen mit Schokolade – hmmm einfach lecker! Wir bezogen eine Balkonkabine auf Deck 14, die sehr komfortabel, geräumig und stilvoll eingerichtet war. Besonders zu erwähnen ist das runde Bett und das offene Konzept des Raumes (das sogenannte „Wave-Konzept“, d. h. wellenförmig aufgebaut), das sicher etwas gewöhnungsbedürftig ist. Sowohl die Dusche als auch die Toilette sind nicht durch einen separaten Raum vom Schlafbereich getrennt, sondern im Zimmer integriert und nur mit einer Schiebetür aus Milchglas abgetrennt. Diese eher ungewöhnliche Kabinenkonzeption findet man nur auf der Norwegian Epic. Mit einer Größe von ca. 20qm sind die Balkonkabinen verhältnismäßig groß.

Kabine mit schokoladiger Begrüßung

Clubatmosphäre für Nachtschwärmer

Nach der obligatorischen Seenotrettungsübung entschieden wir uns für ein gemeinsames Abendessen im „The Manhattan“. Das Manhattan gehört neben dem „Taste“ zu den beiden Restaurants, die Essen à la Carte anbieten und im Reisepreis einbezogen sind. Die Auswahl der möglichen Gerichte war ideal. Beginnend von der Vorspeise, über das Hauptgericht bis hin zum Dessert hat alles bestens geschmeckt, wobei wir von dem herausragenden Service stets verwöhnt wurden.

Nach dem Essen ließen wir den Abend im „The Cavern Club“ und „Bliss Club“ ausklingen. Der Cavern Club ist besonders wegen der Live-Musik hervorzuheben. Zu späterer Stunde wird auch die Tanzfläche von den Gästen angenommen und es herrschte an allen Tagen eine gute Stimmung. Vom Tanzfieber gepackt ließen wir es uns nicht nehmen, einen Besuch im schiffseigenen Bliss Club abzustatten. Am ersten Abend herrschte auch hier eine tolle und ausgelassene Stimmung. Bevor der Abend endete, mussten wir unbedingt noch das O’Sheehan’s testen. Also gönnten wir uns noch einen kleinen Mitternachtssnack. Der Pub ist ebenfalls im Reisepreis inkludiert und ist 24/7 geöffnet, sodass Nachtschwärmer auch zu späterer Stunde noch gut verköstigt werden können.

Clubs mit Live-Musik

Tag 2: Schiffsrundgang und noch mehr Leckereien

Der zweite Reisetag begann schon in aller Frühe mit einem reichhaltigen Frühstück im Garden Café. Auch das Frühstück in Buffetform überzeugte uns in Qualität und Auswahl. Bereits an diesem Tag war klar: Wir werden das Restaurant zum Frühstücken nicht mehr wechseln!

Frühstückbuffet

Gestärkt gingen wir schließlich zum Treffpunkt an der Rezeption auf Deck 5. Auf dem Plan stand ein Schiffsrundgang. In den 1,5 Stunden wurden uns alle wichtigen Einrichtungen und Restaurants gezeigt. Nach einer kurzen Pause auf der Kabine (die Betten sind so gemütlich, man kommt nur schwer wieder aufstehen) und einem üppigen Mittagessen, entschlossen wir uns dazu, die Schiffseinrichtungen nochmals selbst zu erkunden. Unser Ziel waren die verschiedenen Spezialitätenrestaurants sowie Freizeitmöglichkeiten. Neben dem Casino, der Bowlingbahn und dem Wellnessbereich warfen wir auch einen Blick ins Fitnessstudio.

Wellnessbereich

Nach einem umfassenden Rundgang schlossen wir unsere Tour an einem uns bereits bekannten Platz, dem Spice H2O, ab. Das sonnige Wetter lud dazu ein, sich auf den Sonnenliegen niederzulassen.

Sonnendeck H2O

Am Abend testeten wir das zweite große Bedienrestaurant „Taste“. Das Ambiente ist  stilvoll und ruhig gehalten, was für eine lockere aber ruhige Atmosphäre sorgt. Wir bekamen sogar einen schönen Platz mit Meerblick, am dem wir unsere Mahlzeit in vollen Zügen genossen. Mit dem köstlichen Essen gestärkt fieberten wir unserer ersten Show entgegen. Hierfür reservierten wir bereits am Vormittag Karten, was wir in jedem Fall im Vorfeld jeder Show empfehlen. Für diesen Abend fiel unsere Entscheidung auf „Burn the Floor“, einer Live-Dance Show auf hohem Niveau, die wir so gut nicht erwartet hatten. Daumen hoch! Auf der Reise wurden insgesamt neun verschiedene Shows angeboten, die, sofern sie nicht im Spiegel Tent stattfinden, im Reisepreis inklusive sind.

Restaurant The Taste und Theater

Luxuriöse Ausblicke: The Haven Courtyyard

Am dritten Tag konnten wir bereits zum Aufstehen das Panorama von Neapel genießen, ein klarer Vorteil einer Balkonkabine.

Hafen in Neapel

Mit einem Frühstück gestärkt gingen wir zu unserem Gruppentreffpunkt für die „Behind the Scenes Tour“. Nach einer kurzen Präsentation wurden wir durch Räumlichkeiten und Orte durchgeführt, zu denen wir sonst als Passagiere keinen Zutritt gehabt hätten. Hierzu gehörte z.B. die Wäscherei oder die Küche. Abgerundet wurde die wirklich interessante Führung durch die informative und sehr anschauliche Erzählweise des NCL Mitarbeiters. Die Tour ist übrigens für alle Gäste zu buchen, aber mit $73,00 aus unserer Sicht doch relativ teuer.

Hinter den Kulissen

Nach der Tour hatten wir noch die Möglichkeit, „The Haven Courtyyard“ zu besichtigen. Der spezielle Bereich, der nur Gästen aus den Suiten auf Deck 16 und 17 vorbehalten ist, beinhaltet einen „The Haven Courtyard Pool & Spa“, einen „The Haven Courtyard Grill“ sowie einen exklusiven Fitnessbereich.

Exklusiver Poolbereich

Auch ein eigenes Restaurant („The Haven Restaurant & Lounge“) steht in diesem exklusiven Bereich zur Verfügung.The Haven Restaurant und Lounge

Ein absolutes Highlight bildet hier das Sonnendeck. Es ragt über alle Decks hinaus und bietet einen tollen Blick auf das komplette Schiff, den Poolbereich auf Deck 15 und den jeweiligen Hafen. Die Aussicht auf Neapel war einfach gigantisch schön. Dieses tolle Ambiente hat uns auf dem Schiff mit am meisten begeistert.

Sonnendeck mit Blick auf Neapel

Die letzten Stunden an Land nutzen wir schließlich noch für einen kleinen Spaziergang durch Neapel. Bei bestem, sonnigen Wetter mussten wir unbedingt eine Pizza essen, denn es heißt, die beste Pizza kommt aus Neapel!

Nach einem kurzen Rundgang an Land kehrten wir dann wieder auf das Schiff zurück und bereiteten uns so langsam auf den letzten Abend vor. Dieser sollte mit einem gemeinsamen Abendessen im Spezialitätenrestaurant „Moderno Churrascaría“ seinen Abschluss finden. Bei dem auf Fleisch spezialisierten Restaurant fällt eine Extragebühr von $ 24,95 zzgl. Service-Charge an. Das Essen war wie die letzten Tage wieder vorzüglich und ist für alle Fleischliebhaber ein absolutes Muss! Danach machten wir uns auf den Weg zum Musical „Pricilla Queen oft the Desert“. Auch diesmal waren wir von der tollen Show begeistert, was den gelungen letzten Tag abrundete.

Restaurant für Fleischliebhaber

Tschüss Norwegian Epic! Hallo Rom!

Am nächsten Morgen lagen wir in Civitavecchia vor Anker. Bereits um 9 Uhr checkten wir aus und verließen die Norwegian Epic. Da wir im Anschluss jedoch noch drei Tage Rom gebucht hatten, war unsere Reise zu diesem Zeitpunkt noch nicht ganz vorbei. Direkt am Kreuzfahrtterminal stehen Shuttlebusse bereit, die zur Busstation Civitavecchia fahren. Von dort aus kann man den Bus gegen € 2,00 Gebühr nehmen, um zur Bahnstation zu kommen. Hier fahren für ca. € 6,00 Züge direkt nach Rom. Vom Schiff bis zum Zentrum von Rom benötigt man allerdings ca. 2,5 – 3,5 Stunden. Daher empfehlen wir, einen Landgang direkt über die Reederei oder örtliche Agenturen zu buchen. Ein Besuch in der „ewigen Stadt“ lohnt sich dennoch in jedem Fall!

Tschüss Norwegian Epic

Unser Fazit: Das „feel-free“-Konzept geht auf!

Die Norwegian Epic ist ein modernes und großes Kreuzfahrtschiff, das mit vielen Freizeitmöglichkeiten und einem tollem Unterhaltungsprogramm zu überzeugen weiß. Trotz der Größe haben sich die Passagiere überall gut verteilt und es wirkte nirgends zu voll oder überlaufen. Das hervorragende Essen und der überdurchschnittliche wie freundliche Service an Bord sind besonders hervorzuheben. Durch das „feel-free“-Konzept in den gastronomischen Einrichtungen gibt es keine festen Tischzeiten oder einen vorgegebenen Dresscode. Wie bei allen NCL-Schiffen wird auch bei der Norwegian Epic das Premium Alles Inklusive Konzept verfolgt, wobei neben einer Vollpension alle Getränke bis $15,00 im Reisepreis enthalten sind. Wenngleich das Kabinenkonzept vor allem bei einer Balkonkabine nicht unbedingt jedermanns Sache ist, kann das Schiff durch stilvoll eingerichtete und geräumige Kabinen punkten.

Weiterempfehlung: JA!

Unser persönlicher Tipp: Vor- und Nachübernachtung(en) in Barcelona und Rom. So wird aus einem kurzen Kreuzfahrttrip eine Kombination aus Städte- und Kreuzfahrtreise. Man hat damit die Möglichkeit, sich die beiden Städte besser und intensiver anzuschauen.